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Selbsthilfe bei Angst

24. August 2026

Autorin: Lea Anthes

Wie wir aus vorherigen Artikeln wissen, ist Angst eine normale und wichtige Emotion, die in unserem Leben durchaus einen Zweck erfüllt. Sie hilft uns, Gefahren zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren. Bei Angststörungen reagiert das Angstsystem jedoch häufig zu stark oder springt in Situationen an, die objektiv nicht gefährlich sind. Dadurch kann Angst zur Belastung werden und unser Leben einschränken.

Selbsthilfe bei Angst

23. August 2026

Autorin: Lea Anthes

Wie wir aus vorherigen Artikeln wissen, ist Angst eine normale und wichtige Emotion, die in unserem Leben durchaus einen Zweck erfüllt. Sie hilft uns, Gefahren zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren. Bei Angststörungen reagiert das Angstsystem jedoch häufig zu stark oder springt in Situationen an, die objektiv nicht gefährlich sind. Dadurch kann Angst zur Belastung werden und unser Leben einschränken.

Stell dir Folgendes vor: Du wanderst auf einem Weg in Richtung eines für dich wichtigen Ziels. Plötzlich taucht auf dem Weg aber ein großes und bedrohlich wirkendes Monster auf. Es brüllt, droht und versucht mit allen Mitteln, dir Angst zu machen. Vielleicht bleibst du stehen, gehst einen Umweg oder kehrst sogar um. Immerhin ist das Monster ziemlich angsteinflößend. Kurzfristig fühlt sich das sicherer an, aber langfristig entfernst du dich immer weiter von dem Weg, den du eigentlich gehen möchtest.

Ähnlich verhält es sich oft mit Angst. Menschen beginnen, bestimmte Situationen zu vermeiden oder ihr Leben zunehmend an der Angst auszurichten. Das kann kurzfristig entlasten, trägt aber häufig dazu bei, dass die Angst bestehen bleibt und das Leben immer mehr von dieser eingeschränkt wird.

Die gute Nachricht ist, dass es verschiedene Strategien gibt, die helfen können, den Umgang mit Angst zu verbessern. Ziel ist dabei nicht, die Angst oder das „Monster“ vollständig verschwinden zu lassen, denn Angst hat, wie wir wissen, auch immer eine schützende Funktion (lese hier mehr dazu). Vielmehr geht es darum, zu lernen, die Angst auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, den eigenen Weg weiterzugehen und sich nicht von ihr bestimmen zu lassen. Egal wie laut das Angst-Monster auch brüllen mag, der Weg lässt sich trotzdem beschreiten. In diesem Artikel möchten wir einige Grundlagen für die Zähmung des Angst-Monsters vorstellen, die bei dem Umgang mit Angst helfen können. Die folgenden Strategien verstehen sich als kurzfristige Selbsthilfemaßnahmen, können jedoch eine psychotherapeutische Behandlung nicht ersetzen. Einen Überblick zu bewährter psychotherapeutischer Behandlung und deren Ablauf findest du in unserem letzten Artikel. Bei 100Fears unterstützen wir dich gerne dabei.

Lerne deine Angst kennen

Wenn du lernen möchtest, mit deiner Angst besser umgehen zu können, ist es wichtig, sie zunächst zu verstehen. Wissen reduziert Unsicherheit und schafft Kontrolle, weswegen wir dir die Funktion der Angst und ihre evolutionäre Rolle in diesem Blog-Artikel über die Entstehung von Angst besonders genau erklärt haben.

Besonders wichtig zu wissen ist , dass Angst dir nichts Böses will – im Gegenteil, sie will dich beschützen. Erinnere dich in Angstsituationen also daran, dass sich dein Körper gerade in einem Alarmmodus befindet und die damit zusammenhängenden Symptome zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich sind.

Was du schon weißt: Gedanken und Verhalten

In einem vergangenen Blog-Artikel haben wir uns angeschaut, wie Angststörungen entstehen und welche Rollte dabei Vermeidung, Sicherheitsverhalten und die Gedanken spielen. Außerdem haben wir gelernt, dass die Behandlung der kognitiven Verhaltenstherapie zentral über den Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten sowie die Umdeutung angstauslösender Gedanken funktioniert. Ein logischer Schluss ist es, sich selbst mit diesen Themen zu befassen.

Hinterfrage deine Gedanken!

Wenn wir Angst haben, richten sich unsere Gedanken häufig auf mögliche Gefahren und negative Zukunftsszenarien. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches – schließlich soll Angst uns dabei helfen, Risiken zu erkennen. Der Teufelskreis der Angst zeigt uns, dass nicht nur die Situation selbst, sondern auch die folgenden Gedanken Angst auslösen können. Menschen mit Angststörungen neigen häufig dazu, Gefahren zu überschätzen und ihre eigenen Bewältigungsmöglichkeiten zu unterschätzen.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass diese Gedanken, ebenso wie der schnelle Herzschlag oder der beschleunigte Atem, Symptome der Angst selbst sind. Sie entsprechen nicht automatisch Tatsachen, sondern sind lediglich Interpretationen unseres Gehirns. Gerade in Angstsituationen produziert unser Gehirn häufig vorschnelle oder einseitige Bewertungen, die die Angst weiter verstärken. Deshalb kann es hilfreich sein, einen Schritt zurück zu treten und die eigenen Gedanken von außen zu betrachten. Hilfreiche Fragen, die du dir stellen kannst, sind beispielsweise:

  • Welche Beweise sprechen für meine Befürchtung?

  • Welche sprechen dagegen?

  • Was würde ich einer guten Freundin oder einem guten Freund in dieser Situation sagen?

  • Wie wahrscheinlich ist das befürchtete Ereignis tatsächlich?

Das Ziel dieser Übung ist nicht, automatisch alles positiv zu sehen. Es geht vielmehr darum, etwas ausgewogener zu denken und flexibler mit den Befürchtungen umzugehen. Oft zeigt sich dabei, dass die befürchteten Konsequenzen weniger wahrscheinlich oder weniger bedrohlich sind, als sie zunächst erscheinen, was einen Ausstieg aus dem Teufelskreis ermöglichen kann.

Vermeidung erkennen und abbauen

Wenn uns etwas Angst macht, ist es nur natürlich, Abstand davon halten zu wollen. Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten ist jedoch tückisch (lese hier dazu mehr). Vermeidungsverhalten abzubauen ist die Kernaufgabe der kognitiven Verhaltenstherapie und erfolgt im therapeutischen Vorgehen meist schrittweise. Wenn du lernen möchtest, mit deiner Angst einen gesünderen Umgang zu finden, ist es also besonders wichtig, dass dein Vermeidungsverhalten nicht weiter zunimmt, sonst werden auch die Angstsymptome im Verlauf weiter zunehmen.

Deshalb kann es hilfreich sein, die eigenen Vermeidungsstrategien zunächst bewusst wahrzunehmen. Manche sind offensichtlich, etwa wenn bestimmte Orte oder Aktivitäten gemieden werden. Andere sind weniger leicht zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise das ständige Einholen von Rückversicherungen, das Mitführen bestimmter Gegenstände „für den Notfall“ oder das schnelle Verlassen einer Situation, sobald Angst auftritt. Du kannst versuchen, dich genau diesen Situationen wieder schrittweise anzunähern und dabei auf deine Sicherheitsstrategien zu verzichten. Dabei geht es nicht darum, sich zu überfordern oder die schwierigste Herausforderung sofort anzugehen. Für den Anfang ist es schon ein großer Schritt, sich kleineren angstauslösenden Situationen wieder auszusetzen. So kann das Gehirn lernen, dass Angst zwar unangenehm ist, aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass tatsächlich Gefahr besteht. Damit wächst dein persönlicher Handlungsspielraum wieder. Das ist nicht einfach, deswegen darfst du dabei jeden kleinen Erfolg feiern und mächtig stolz auf dich sein, dass du dir nicht länger von deinem Angst-Monster den Weg versperren lässt!

Bewegung als natürliche Angstregulation

Eine konkrete Strategie, die du in deinen Alltag einbauen kannst, ist regelmäßige Bewegung. Angst sorgt dafür, dass der Körper Energie mobilisiert, die ursprünglich eine wichtige Überlebensfunktion für unseren Körper war und nach wie vor ist (hier kannst du mehr dazu lesen). Eine natürliche Methode, diese Energie und die entstehende Anspannung wieder abzubauen, ist Bewegung. Viele Menschen erleben nach körperlicher Aktivität mehr Ausgeglichenheit und ein besseres Wohlbefinden. Dabei geht es nicht darum, intensiv zu trainieren. Bereits langsame Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder andere Aktivitäten, die Freude bereiten, können hilfreich sein. Entscheidend ist vor allem die Regelmäßigkeit. Auch Sportarten, die die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt lenken und diese binden, können Achtsamkeit unterstützen und dadurch sehr hilfreich sein, wie z. B. Kraftsport oder Klettern. Zusätzlich kann Bewegung das Vertrauen in den eigenen Körper stärken. Körperliche Empfindungen wie Herzklopfen oder schnellere Atmung werden dabei in einem sicheren Kontext erlebt und können so als normale und ungefährliche Reaktionen erfahren werden.

Unterstützung suchen und Hilfe in Anspruch nehmen

Angst kann dazu führen, dass wir uns hilf- oder machtlos fühlen, wir uns isolieren und sozial zurückziehen, was generell schlecht für unsere psychische Gesundheit ist. Dabei kennt jeder Mensch Angst. Gespräche mit anderen Menschen können dich entlasten und Angehörige und Freunde können für Verständnis und Unterstützung wichtige Ressourcen sein.

  • Rede mit einer vertrauten Person über deine Ängste und Sorgen und kommuniziere auch deine Bedürfnisse offen, sodass dein Gegenüber weiß, wie er dich optimal unterstützen kann. Du darfst Hilfe annehmen!
  • Eine weitere Möglichkeit, mit anderen über deine Sorgen zu reden, sind außerdem Selbsthilfegruppen. Studien haben gezeigt, dass diese dabei helfen können, Ängste besser zu bewältigen und Lebensqualität zu verbessern. Im Internet findest du meist ganz einfach Gruppen in deiner Umgebung.

Wenn du selbst Angehöriger bist und eine Person ihre Ängste mit dir teilt, kann es besonders wichtig sein, an erster Stelle ruhig zuzuhören anstatt sofort Lösungen anzubieten. Nehme die Person und ihre Angst ernst und ermutige sie zur Bewältigung dieser, anstelle die Person dazu zu drängen.

Professionelle Hilfe ist bei Angststörungen meist indiziert. Wenn die Angst den Alltag stark einschränkt, Vermeidung immer mehr Raum einnimmt oder die Lebensqualität leidet, sollte eine psychotherapeutische Behandlung aufgesucht werden. Bei 100Fears behandeln wir Angststörungen wissenschaftlich basiert und durch unsere jahrelange Erfahrung kompetent und sensibel. Vereinbare jetzt ein Erstgespräch und wir helfen dir dabei, wieder ein selbstbestimmtes, nicht von Angst dominiertes Leben zu führen!

Stell dir Folgendes vor: Du wanderst auf einem Weg in Richtung eines für dich wichtigen Ziels. Plötzlich taucht auf dem Weg aber ein großes und bedrohlich wirkendes Monster auf. Es brüllt, droht und versucht mit allen Mitteln, dir Angst zu machen. Vielleicht bleibst du stehen, gehst einen Umweg oder kehrst sogar um. Immerhin ist das Monster ziemlich angsteinflößend. Kurzfristig fühlt sich das sicherer an, aber langfristig entfernst du dich immer weiter von dem Weg, den du eigentlich gehen möchtest.

Ähnlich verhält es sich oft mit Angst. Menschen beginnen, bestimmte Situationen zu vermeiden oder ihr Leben zunehmend an der Angst auszurichten. Das kann kurzfristig entlasten, trägt aber häufig dazu bei, dass die Angst bestehen bleibt und das Leben immer mehr von dieser eingeschränkt wird.

Die gute Nachricht ist, dass es verschiedene Strategien gibt, die helfen können, den Umgang mit Angst zu verbessern. Ziel ist dabei nicht, die Angst oder das „Monster“ vollständig verschwinden zu lassen, denn Angst hat, wie wir wissen, auch immer eine schützende Funktion (lese hier mehr dazu). Vielmehr geht es darum, zu lernen, die Angst auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, den eigenen Weg weiterzugehen und sich nicht von ihr bestimmen zu lassen. Egal wie laut das Angst-Monster auch brüllen mag, der Weg lässt sich trotzdem beschreiten. In diesem Artikel möchten wir einige Grundlagen für die Zähmung des Angst-Monsters vorstellen, die bei dem Umgang mit Angst helfen können. Die folgenden Strategien verstehen sich als kurzfristige Selbsthilfemaßnahmen, können jedoch eine psychotherapeutische Behandlung nicht ersetzen. Einen Überblick zu bewährter psychotherapeutischer Behandlung und deren Ablauf findest du in unserem letzten Artikel. Bei 100Fears unterstützen wir dich gerne dabei.

Lerne deine Angst kennen

Wenn du lernen möchtest, mit deiner Angst besser umgehen zu können, ist es wichtig, sie zunächst zu verstehen. Wissen reduziert Unsicherheit und schafft Kontrolle, weswegen wir dir die Funktion der Angst und ihre evolutionäre Rolle in diesem Blog-Artikel über die Entstehung von Angst besonders genau erklärt haben.

Besonders wichtig zu wissen ist , dass Angst dir nichts Böses will – im Gegenteil, sie will dich beschützen. Erinnere dich in Angstsituationen also daran, dass sich dein Körper gerade in einem Alarmmodus befindet und die damit zusammenhängenden Symptome zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich sind.

Was du schon weißt: Gedanken und Verhalten

In einem vergangenen Blog-Artikel haben wir uns angeschaut, wie Angststörungen entstehen und welche Rollte dabei Vermeidung, Sicherheitsverhalten und die Gedanken spielen. Außerdem haben wir gelernt, dass die Behandlung der kognitiven Verhaltenstherapie zentral über den Abbau von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten sowie die Umdeutung angstauslösender Gedanken funktioniert. Ein logischer Schluss ist es, sich selbst mit diesen Themen zu befassen.

Hinterfrage deine Gedanken!

Wenn wir Angst haben, richten sich unsere Gedanken häufig auf mögliche Gefahren und negative Zukunftsszenarien. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches – schließlich soll Angst uns dabei helfen, Risiken zu erkennen. Der Teufelskreis der Angst zeigt uns, dass nicht nur die Situation selbst, sondern auch die folgenden Gedanken Angst auslösen können. Menschen mit Angststörungen neigen häufig dazu, Gefahren zu überschätzen und ihre eigenen Bewältigungsmöglichkeiten zu unterschätzen.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass diese Gedanken, ebenso wie der schnelle Herzschlag oder der beschleunigte Atem, Symptome der Angst selbst sind. Sie entsprechen nicht automatisch Tatsachen, sondern sind lediglich Interpretationen unseres Gehirns. Gerade in Angstsituationen produziert unser Gehirn häufig vorschnelle oder einseitige Bewertungen, die die Angst weiter verstärken. Deshalb kann es hilfreich sein, einen Schritt zurück zu treten und die eigenen Gedanken von außen zu betrachten. Hilfreiche Fragen, die du dir stellen kannst, sind beispielsweise:

  • Welche Beweise sprechen für meine Befürchtung?

  • Welche sprechen dagegen?

  • Was würde ich einer guten Freundin oder einem guten Freund in dieser Situation sagen?

  • Wie wahrscheinlich ist das befürchtete Ereignis tatsächlich?

Das Ziel dieser Übung ist nicht, automatisch alles positiv zu sehen. Es geht vielmehr darum, etwas ausgewogener zu denken und flexibler mit den Befürchtungen umzugehen. Oft zeigt sich dabei, dass die befürchteten Konsequenzen weniger wahrscheinlich oder weniger bedrohlich sind, als sie zunächst erscheinen, was einen Ausstieg aus dem Teufelskreis ermöglichen kann.

Vermeidung erkennen und abbauen

Wenn uns etwas Angst macht, ist es nur natürlich, Abstand davon halten zu wollen. Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten ist jedoch tückisch (lese hier dazu mehr). Vermeidungsverhalten abzubauen ist die Kernaufgabe der kognitiven Verhaltenstherapie und erfolgt im therapeutischen Vorgehen meist schrittweise. Wenn du lernen möchtest, mit deiner Angst einen gesünderen Umgang zu finden, ist es also besonders wichtig, dass dein Vermeidungsverhalten nicht weiter zunimmt, sonst werden auch die Angstsymptome im Verlauf weiter zunehmen.

Deshalb kann es hilfreich sein, die eigenen Vermeidungsstrategien zunächst bewusst wahrzunehmen. Manche sind offensichtlich, etwa wenn bestimmte Orte oder Aktivitäten gemieden werden. Andere sind weniger leicht zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise das ständige Einholen von Rückversicherungen, das Mitführen bestimmter Gegenstände „für den Notfall“ oder das schnelle Verlassen einer Situation, sobald Angst auftritt. Du kannst versuchen, dich genau diesen Situationen wieder schrittweise anzunähern und dabei auf deine Sicherheitsstrategien zu verzichten. Dabei geht es nicht darum, sich zu überfordern oder die schwierigste Herausforderung sofort anzugehen. Für den Anfang ist es schon ein großer Schritt, sich kleineren angstauslösenden Situationen wieder auszusetzen. So kann das Gehirn lernen, dass Angst zwar unangenehm ist, aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass tatsächlich Gefahr besteht. Damit wächst dein persönlicher Handlungsspielraum wieder. Das ist nicht einfach, deswegen darfst du dabei jeden kleinen Erfolg feiern und mächtig stolz auf dich sein, dass du dir nicht länger von deinem Angst-Monster den Weg versperren lässt!

Bewegung als natürliche Angstregulation

Eine konkrete Strategie, die du in deinen Alltag einbauen kannst, ist regelmäßige Bewegung. Angst sorgt dafür, dass der Körper Energie mobilisiert, die ursprünglich eine wichtige Überlebensfunktion für unseren Körper war und nach wie vor ist (hier kannst du mehr dazu lesen). Eine natürliche Methode, diese Energie und die entstehende Anspannung wieder abzubauen, ist Bewegung. Viele Menschen erleben nach körperlicher Aktivität mehr Ausgeglichenheit und ein besseres Wohlbefinden. Dabei geht es nicht darum, intensiv zu trainieren. Bereits langsame Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder andere Aktivitäten, die Freude bereiten, können hilfreich sein. Entscheidend ist vor allem die Regelmäßigkeit. Auch Sportarten, die die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt lenken und diese binden, können Achtsamkeit unterstützen und dadurch sehr hilfreich sein, wie z. B. Kraftsport oder Klettern. Zusätzlich kann Bewegung das Vertrauen in den eigenen Körper stärken. Körperliche Empfindungen wie Herzklopfen oder schnellere Atmung werden dabei in einem sicheren Kontext erlebt und können so als normale und ungefährliche Reaktionen erfahren werden.

Unterstützung suchen und Hilfe in Anspruch nehmen

Angst kann dazu führen, dass wir uns hilf- oder machtlos fühlen, wir uns isolieren und sozial zurückziehen, was generell schlecht für unsere psychische Gesundheit ist. Dabei kennt jeder Mensch Angst. Gespräche mit anderen Menschen können dich entlasten und Angehörige und Freunde können für Verständnis und Unterstützung wichtige Ressourcen sein.

  • Rede mit einer vertrauten Person über deine Ängste und Sorgen und kommuniziere auch deine Bedürfnisse offen, sodass dein Gegenüber weiß, wie er dich optimal unterstützen kann. Du darfst Hilfe annehmen!
  • Eine weitere Möglichkeit, mit anderen über deine Sorgen zu reden, sind außerdem Selbsthilfegruppen. Studien haben gezeigt, dass diese dabei helfen können, Ängste besser zu bewältigen und Lebensqualität zu verbessern. Im Internet findest du meist ganz einfach Gruppen in deiner Umgebung.

Wenn du selbst Angehöriger bist und eine Person ihre Ängste mit dir teilt, kann es besonders wichtig sein, an erster Stelle ruhig zuzuhören anstatt sofort Lösungen anzubieten. Nehme die Person und ihre Angst ernst und ermutige sie zur Bewältigung dieser, anstelle die Person dazu zu drängen.

Professionelle Hilfe ist bei Angststörungen meist indiziert. Wenn die Angst den Alltag stark einschränkt, Vermeidung immer mehr Raum einnimmt oder die Lebensqualität leidet, sollte eine psychotherapeutische Behandlung aufgesucht werden. Bei 100Fears behandeln wir Angststörungen wissenschaftlich basiert und durch unsere jahrelange Erfahrung kompetent und sensibel. Vereinbare jetzt ein Erstgespräch und wir helfen dir dabei, wieder ein selbstbestimmtes, nicht von Angst dominiertes Leben zu führen!

Fazit

Angststörungen sind gut behandelbar und oft können bereits kleine Schritte viel bewirken. Selbstfürsorge (z. B. indem du nach Hilfe fragst oder durch regelmäßige Bewegung gut für dich sorgst), Geduld und ein verständnisvoller Umgang mit sich selbst sind wichtige Begleiter für diesen Weg. Die vorgestellten Strategien können helfen, die Angst besser zu verstehen und den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern. Gleichzeitig sind Selbsthilfestrategien keine Zauberlösung und können bei starken Beschwerden eine professionelle Behandlung nicht ersetzen. Sie können aber eine wertvolle Unterstützung sein, um zu lernen, dass man dem Monster nicht vollkommen ausgeliefert ist.

Autorin

Lea Anthes

Psychologin M. Sc., Psycho­logische Psychotherapeutin in Ausbildung, Bloggerin bei 100Fears

Fachlich geprüft von

Marco Schneider
Psychologe, M. Sc., ­Psycho­logischer Psychotherapeut, Inhaber
Textquellen

A systematic review and meta-analysis of group peer support interventions for people experiencing mental health conditions.
Lyons, N., Cooper, C., & Lloyd-Evans, B. (2021).
 BMC psychiatry, 21(1), 315.

Angst, Panik und Phobien: Ein Selbsthilfe-Programm.
Peurifoy, R. Z. (2019). (4. Aufl.). Hogrefe.

Praxishandbuch Angststörungen: Ursachen, Diagnostik, Behandlung, Prävention.
Plag, J., Ströhle, A., Hoyer, J. (Hrsg.). (2024). (1. Aufl.). Elsevier.

Leitlinienorientierte Psychotherapie.
Rief, W., Hautzinger, M., Lincoln, T., Margraf, J. & Tuschen-Caffier, B. (2024). (1. Aufl.). Hogrefe.

Panikstörung und Agoraphobie: Ein Therapiemanual.
Schmidt-Traub, S. (2014). (4. Aufl.). Hogrefe.

The effectiveness of peer support from a person with lived experience of mental health challenges for young people with anxiety and depression: A systematic review.
Simmons, M. B., Cartner, S., MacDonald, R., Whitson, S., Bailey, A., & Brown, E. (2023).
BMC psychiatry, 23(1), 194.

The anxiolytic effects of exercise: A meta-analysis of randomized trials and dose–response analysis.
Wipfli, B. M., Rethorst, C. D., & Landers, D. M. (2008). Journal of Sport and Exercise Psychology, 30(4), 392-410.

Wissenschaftlich
fundierte Selbsthilfe­literatur

Das Angstbuch: Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann.
Bandelow, B. (2020).
 (14. Aufl., rororo, Bd. 61949). Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Nur Mut! – Das kleine Überlebensbuch: Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst, Panik & Co.
Croos-Müller, C. (2012). (16. Aufl.). Kösel-Verlag.

Angst, Panik und Phobien: Ein Selbsthilfe-Programm.
Peurifoy, R. Z. (2019). (4. Aufl.). Hogrefe.

Stärker als die Angst: Ein Ratgeber für Menschen mit Angst- und Panikstörungen und deren Angehörige.
Rufer, M., Alsleben, H. & Weiss, A. (2023). (3. Aufl.). Hogrefe.

Die 10 besten Strategien gegen Angst und Panik: Wie das Gehirn uns Stress macht und was wir dagegen tun können.
Wehrenberg, M. (2014). (1. Aufl.). Beltz.

Ängste verstehen und überwinden: Wie Sie sich von Angst, Panik und Phobien befreien.
Wolf, D. (2018). (33. Aufl.). PAL.

Diese und viele weitere Bücher stehen in den Praxen von 100Fears für Sie zur Ausleihe bereit.


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