Sich den Wellen stellen und das Meer beruhigen: Die Behandlung der generalisierten Angststörung
Autorin: Lea Anthes
Sophia steht wieder an ihrem Küchenfenster. Diesmal ist es ein ruhiger Nachmittag und es sind nicht nur die Sorgen, die sie zum Nachdenken bringen. Sie reflektiert die letzten Wochen, die ersten Gespräche mit ihrem Therapeuten und denkt an all das, was sie über sich selbst gelernt hat. Sie versteht nun, warum ihre Sorgen sich anfühlten wie Wellen, die immer wieder über ihr zusammenbrachen und warum sie trotz aller Anstrengung, gegen sie anzuschwimmen, nie an Land kam. Die Vermeidung, die Rückversicherung, die Gedanken über ihre eigenen Gedanken: All das hatte die Wellen nicht kleiner gemacht, sondern nur dafür gesorgt, dass sie immer wieder aufs Neue über ihr zusammenschlugen. Sophia fühlt sich ein Stück weit normaler und sie fühlt sich verstanden. In der letzten Sitzung stellte sie deswegen eine entscheidende Frage: „Wie werde ich die Sorgen denn jetzt wieder los?“ Ihr Therapeut lächelte. „Das ist eine gute Frage. In der Behandlung der generalisierten Angststörung geht es nicht darum, dass die Wellen ganz verschwinden. Sondern darum, dass Sie wieder lernen, sich ins Wasser zu trauen. Ohne Schwimmhilfen. Und mit dem Vertrauen, dass Sie sehr wohl schwimmen können. Dann werden auch die Wellen wieder ruhiger.“














